WhiskyTeam Horb

Vom skotischen Tranke

Um die Geschichte des Whisky ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden; gleichwohl streiten sich Iren und Schotten um die Erfindung des edlen Stoffes. Wollte man der üblichen Literatur folgen, so müsste man die erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1494 datieren, als ein Mönch namens John Cor die nötigen Zutaten für einen Destillationsgang erwarb. Neueste Erkenntnisse aus dem Taunus, in welchem im Frühmittelalter zahlreiche römische Garnisonen logierten, ergaben jedoch ein völlig anderes Bild und eine weit größere Bedeutung für die Entwicklung Schottlands, als bislang anzunehmen war.

Aus den Dichtungen des Malticus Potstillus.

Ins Deutsche übersetzt von Thorsten Herold, der hiermit auch Anspruch auf das Copyright erhebt.

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In jener Zeit als sich anschickten

Die wilden Skoten und die Pikten

Mit Schild und Schwert und andren Waffen

Das Reich von Alba zu erschaffen

Da gab es Männer, lang an Haaren

Die Zauberwissen sich bewahren

In langen Wämsen – sangen Lieder

Man nannte sie auch die Druider

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Im Süden nahten dann die Römer,

Der Wein wurd` süß, Klamotten schöner

Statt Haggis gab es Weinbergschnecken

Statt Körperwärme Baumwolldecken

Der Mann musst nun im Sitzen pinkeln

Das heiße Bad nach Grünzeug stinkeln

Auf straffen Körpern wuchsen Bäuche

Die Dekadenz war eine Seuche

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So trafen sich im tiefen Walde

Druiden, junge wie auch alte

Um nachzugrübeln, wenig heiter:

„Wie geht`s mit unsrem Schottland weiter?“

Man tanzte wild, man ahnt es schon

Und hofft auf eine Vision

Mit der man Schottlands Kraft und Tugend

Vermittelt an die heut`ge Jugend

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MacLeod, dem Zaubrer, war dies schnuppe

Doch war er Teil der Arbeitsgruppe

Im Grunde wollt er nur nachhause

Zur Insel Skye für eine Pause

MacLeods gab`s viele, laut Bericht

Drum gabs zur bessren Übersicht

Und auch zur Personalbestimmung

Den Zusatz „Wizzard“ für die Innung

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MacLeod, The Wizzard, wurde müde

Indes durchbrach die Ruhe rüde

Ein Geistesblitz, der ihn durchzuckte

Sodass er von dem Lager ruckte

Sein Tatendrang war ungeheuer

Entfachte schnell erneut das Feuer

Den Kupferkessel füllt zum Bersten

Mit Wasser er, mit Hefe, Gersten

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Im Kreise der Berufskollegen

Sich langsam leichte Zweifel regen

Ob nun des „Wizzards“ Oberlicht

Noch richtig leuchtet oder nicht

Als er ein Rohr, dass er gekrümmt

Mit irrem Blick als Ramme nimmt

Der Chef des Ordens glaubt es nicht

Als „Wizz“ den Deckeltopf durchsticht

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Im Kupferkessel kocht mit Wut

Der rauchig malz`ge Gerstensud

Und an des Rohres offnem Rand

Seht: Tropfen, klar wie Diamant!

Ein Quaich wird mit dem Stoff befüllt

Der aus des Kessels Bauche quillt

Und an den Oberboss gereicht

Der dieserhalb dezent erbleicht

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Die Nase zuckt, die Augen rollen

Die Lippen wirken aufgequollen

Schweißperlen auf der Stirn sich bilden

Den Geist zu fremderen Gefilden

„MacLeod, „The wizzard“, that`s the key-

With this we will find back our way”

Ein Schrei: “Wer will nach höh`rem streben

Der muss das Zeug hier überleben

Wer Schotte sein will, mag sich testen

Denn dies vertragen nur die Besten!“

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So machte nun die große Kunde

Vom Schottenzaubertrank die Runde

Und wer in Schottland war von Ehre

Erbat, dass man ihm Trank gewähre

Der Bauch verschwand, die Römer auch

Der Quaich verdrängt den Rotweinschlauch

Die Männer pinkelten im Stehen

Stadt Badeduft durft` Schweiß nun wehen

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Ach ja, Ihr Herren und Ihr Damen,

Da war noch etwas mit dem Namen

MacLeod, The Wizzard, wurd` geehrt

Indem man ihm den Ruhm gewährt`

Den Schlüssel zum Erfolg gefunden-

So machte „Wizzards key“ die Runden

Erst später dann, an andrem Ort

Da kürzte man die Mitte fort

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Nun lasst auch uns den Genius ehren

Ein Glas vom edlen Tropfen leeren

Vielleicht bleibt`s nicht bei einem heute

So: Slainte Mhat und noch viel Freude!