WhiskyTeam Horb

Craigellachie 17Jahre

Bei unserem letzten Tasting im November hatte ich die 13jährige Abfüllung vorgestellt, die hatte mir schon ganz gut gefallen. Kein Charmeur auf Anhieb aber ein süffiger guter Standard, ein All Day Dram. Ich fragte mich: was wird aus dem wenn er älter wird? Der Zufall wollte es, ich bekam ein Geschenk und war begeistert. Es war der:

Craigellachie 17 Jahre.

Ich hatte es schon vergessen, meine Frau aber erinnerte sich, wir hatten 2015 im Highlander Inn in Craigellachie eben diesen 17jährigen schon einmal im Glas.

Die Distillerie Craigellachie liegt im Herzen der Speyside, wo sich die Flüsse Spey und Fiddich treffen, im gleichnamigen Ort und war immer ein Garant für die hohe Qualität der Dewar’s Blends . Der Single Malt der Brennerei ist noch nicht ganz so bekannt, da er lange Zeit nur für Blends wie “The White Horse” verwendet wurde. Dieser allerdings war 2007 blended Whisky of the Year in Jim Murray´s Whisky Bible. Und eben dieser sagte einmal:
„Craigellachie ziehe ich jederzeit „The Macallan“ vor. Wenn Sie diesen Whisky zum Kauf angeboten bekommen, nehmen Sie, soviel Sie tragen können. Seine Stärke liegt in der cremigen Weichheit, der Öligkeit, die am Gaumen haftet, so daß auf den langen, süßen Malzgeschmack ein herrlich rauchiger Abgang folgt.“

Diese Orginalabfüllung lagerte also 17 Jahre in Eichenfässern, wurde nicht kühlgefiltert, nicht gefärbt und mit 46 % vol abgefüllt. Der recht hellen goldgelben Farbe nach zu urteilen könnten es auch Refill Fässer, also schon einmal benutzte Fässer, gewesen sein.

Sein Duft ist subtil rauchig mit deutlicher Vanille Note, Honig, Karamell und tropischen Früchten.

Im Geschmack ist er vollmundig, elegant, weich und cremig. Die anfängliche Süße weicht erlesenen Gewürzen und Eichenholz. Genial.

Den Abgang würde ich als mittellang bezeichnen, weich und mit Nuancen Rauch versetzt. Ganz zum Schluss kommt noch etwas Lakritze zum Vorschein. Die Schwefelnote, die man den Craigellachies nachsagt, konnte ich nicht erschmecken.

Besonders angenehm überrascht hat mich das total andere Mundgefühl.
Schwer zu beschreiben aber nicht unangenehm. Der 13jährige ist schon ein schöner Single Malt, aber die 17 Jahre gereifte Variante hat diesen in seiner Komplexität und Struktur noch deutlich übertroffen.

Slàinte mhath